Projekt 5620

Es ist jetzt Ende April 2020. Ein sonniger und warmer Frühling zieht einen unwillkürlich an den Strand, doch das Coronavirus zwingt mich dazu, viel Zeit zu Hause zu verbringen. Anlass genug um meine Skizzenbücher durchzusehen

und nach einem neuen Motiv Ausschau zu halten.


Zunächst heißt es aus wahllosen Skizzen diejenigen heraus zu picken, die mir aus irgendwelchen Gründen (wahrscheinlich rein aus dem Bauchgefühl heraus) ins Auge springen.


Dabei ist es erstmal für mich unerheblich, was die Skizzen darstellen.


Einige Ideen schlummern bereits seit vielen Jahren in meinen Skizzenbüchern herum,

So wie z.B. dieses "Wesen", das sich so ähnlich als Steinsetzung in der Mitte einer Kreisverkehrsinsel irgendwo in Dänemark befindet.


Ziemlich schnell bleibt mein Blick dann an einer Art "Gebäudeansammlung" hängen. Eine alte Idee von einer mystischen "Stadt am Rand der Welt" kommt mir wieder in den Sinn.

 

 


Und auch der "Wirbelbaum" taucht aus dem Wust aller Skizzen unwillkürlich an die Oberfläche. Eine Idee aus dem Jahre 2016, den Stamm eines Baumes optisch an die menschliche Wirbelsäule anzunähern.

Dieses Gebilde könnte ich mir ganz gut im Vordergrund eines Landschafts-bildes von einer "Stadt am Rand der Welt" vorstellen...


Auf der Suche nach Motiv und Komposition sind eine ganze Anzahl von Skizzen entstanden.

Früh hatte ich mich für einen Blick hinunter in eine Ebene entschieden.

 

In der Ebene sollte die "Stadt" auf einem Felstableau stehen und nur über eine Brücke erreichbar sein.

 

Der "Wirbelbaum soll dabei von einem erhöten Punkt aus, wie ein stiller Beobachter, in die Ebene und auf die Stadt hinunter "sehen".

 

Für die Brücke gab es mehrere unterschiedliche Formen...

 

 

...bis sie dann am Ende schräge nach links abfallend und von natürlichen Felspfeilern gestützt wird.

 

 

Das Felstableau, auf dem der "Wirbelbaum" steht hat sich jetzt in Sanddünen verwandelt, die sanft ins Tal hineinlaufen.

 


Die vorläufig letzte Komposition zeigt in etwa wo die Reise hingehen wird...


Nach etlichen Überarbeitungen kommt es zu diesem Ergebnis, bei dem der "Wirbelbaum" entfallen ist.


Keilrahmen zusammenbauen und bespannen... Format; 1,50m x 0,60m.

 

 

 

 

 

 

Ab damit auf die Staffelei und dann noch gleich...

 

 

 

 

 

 

...das passende Hörspiel rausgesucht  :-)


Der Hintergrund sieht auf dem Foto einfacher aus, als er in Wirklichkeit ist. Immerhin besteht er aus fünf Farben und sieben Schichten Lasur in Weiß, Gelb und Türkis.

Und nun die Wolken in der Abendsonne und ein Regenschleier in der Ferne...


Und hier entsteht die Felswand, die vor den dunklen Wolken ihr Licht von einer flach stehenden Abendsonne aus der rechten Bildhälfte erhalten soll.


Die Details verschlingen viel Zeit.


Zunächst soweit geschafft, die Felswand steht. Rechts sind auch schon die ersten Pinselstriche der Stadt zu sehen.


Die Stadt wächst...


...und wächst ...


... und wächst ...


...und wächst.

Die "Blaue Stadt am Rand der Welt" schwebt noch in der Luft. Aber nicht mehr lange...


Hier steht die "blaue Stadt" bereits auf festem Untergrund. Und auch der Vordergrund nimmt Gestalt an.


Und hier wächst der Baum, der über die Felsen im Vorder-grund wurzeln soll...


Die "knorrige" Ober-flächenstruktur braucht viel Zeit... und wer genau hinsieht kann auch schon den Adler als Vorzeich-nung auf dem Ast hocken sehen.


Doch zunächst sind erst einmal die Blätter drann.


Blätter, Blätter, Blätter... so ein Baum hat schon eine ganze Menge davon, selbst wenn man nur einen kleinen Teil von ihm sieht.


Der Adler erwacht...


...und sitzt schließlich, die Blaue Stadt am Rand der Welt beob-achtend, auf dem Ast.


Zum Schluß sollen noch ein paar Diesteln vor der linken Felswand sprießen.


Feinarbeit mit ruhigem Händchen...